in Drehorgel

2017… was ein Jahr! Echt heftiges Zeug was da in den letzten 12 Monaten im Drum&Bass passiert ist! Frictions Rücktritt von BBC Radio 1 sowie die Ernennung von Rene la Vice als neues Gesicht selbigen Mediums. Der Verlust von Talenten & Ikonen wie Apex, Dominator und Marcus Intalex, Renegade Hardware’s letztes Kapitel und 25 Jahre RAM Records! Von innovativem Blut wie AKOV, Gydra, Inward, Hanzo & Randie oder Redpill mal abgesehen hatte Cause 4 Concern ein erfolgreiches Jahr.

Auch für mich war gerade das Ende von 2017 nervenaufreibend und spannend. So spannend, dass ich den ganzen Spaß so weit ins neue Jahr mitnehmen musste, dass die Reviews für Dezember so spät und nur im Trio kommen. Aber gerade diese kleine Auswahl an exquisiten Scheiben vermittelt wohl einen guten Eindruck was man 2018 erwarten kann!

Teddy Killerz • Back To Violence [für Umme auf Eatbrain]

Teddy Killerz kehren nach ziemlich andren Umwegen wieder zurück zu Eatbrain und dem Stil den 2/3 des Trios (Place 2B & Paimon) ihrerzeit etabliert hatten. Mit einer VIP des Mitte 2013 ebenfalls auf Eatbrain erschienenen Stücks Violence [EATBRAIN007] gabs damit nicht nur ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk sondern auch Hoffnung auf Frisches in 2018?!

Nun zum Wesentlichen, dem Song. Trügerische Congas kreieren eine leichte Jungle-Atmosphäre die doch schnell in ziehende, beschleunigende Sounds umschlägt. Diese wird begleitet von männlichen Vocals, welche zuerst unverständlich wirken aber in Richtung Höhepunkt hört man dann »Back To Violence«. Der Satz wird in der ’13er-Version nicht ganz ausgesprochen. Beim Drop aber merkt man den Unterschied endgültig. Waren es doch 2013 brachiale, stampfende Drums und allgemein ein etwas schleppender Groove sieht es 2018 wieder technoider aus! Synthetische, klopfende Drums treffen auf entspanntere Bassdrums und energetische Stabs. Mir gefallen die Vocals in der Bridge besonders und der ziehende Sound vor dem zweiten Höhepunkt, am besten jedoch der Spruch bei dem Break des zweiten Parts. Selbiger wird im Verlauf dank klimpernden Percussions verspielter als der Erste und schließt offen mit Congas (erneut!) ab. Auch die entstellte Warnsirene, die kurzerhand zur Bremse umfunktioniert wurde ist dieses Jahr prägnanter.

Dead people don’t move around and talk.

Teddy Killerz • Back To Violence [für Umme auf Eatbrain]
Label: Eatbrain
Erscheinungsdatum: 22.12.2017
Katalog-Nr.: n.v.

The Prototypes • Get Hype Remixed EP Part 1 [GHR011]

Rocket Guns Blazin ist nun schon fast ein Jahr alt und The Protoypes haben sich, que surprise, auch dazu entschieden eine Remix-Platte zu bringen. Diese beinhaltet neben dem eben genannten noch zwei weitere Stücke die im vergangenen Jahr auf Get Hype Records erschienen sind. Zum Einen Black Hole Skank von Glitch City welcher von Sub Zero einen neuen Anstrich bekommen hatte und Jungle Jungle von Bladerunner welchem sich Makoto widmete. Doch nun zum RGB-Remix… Neu aufgesetzt vom Hitgarant-Trio erb N dub, Crissy Criss & Malux, kommt das Tanzflächentool mit eindeutig mehr Platz als das Original aber verliert dadurch auch etwas an Geschwindigkeit. Der ganze Song kommt langsamer rüber, dazu noch erb N dubs bassive Drums… nicht 100%-ig mein Fall.

Sub Zero’s neuer Mix von Black Hole Skank war für mich eine absolute Überraschung da ich den Herren noch als ziemlich quietschig in Erinnerung hatte. Alleine das Intro haut einen um. Schwarze Löcher kriegen uns halt immer! Die Wobble-Basslines haben auch mehr einen Hauch Majistrate und selbst die vermeintlichen Hochtöner sind etwas tiefer gehalten. Kraftvolle jedoch helle, funky Drums runden eine rundum zufriedenstellende Jump Up-Platte ab. Makotos Remix von Jungle Jungle fängt mit nem etwas anderen Intro an welches auch locker zu einem 90er Jahre-Videospiel gepasst hätte. Bei dieser Neuauflage wurden grade mal die markanten Bladerunner-Samples ausgelassen und auch im Gesamten hat der Track mehr Happy Breaks- als denn Jungle-Charakter!

Trotzdem auch hier exzellente Arbeit!

The Prototypes • Get Hype Remixed EP Part 1
Label: Get Hype Records
Erscheinungsdatum: 15.12.2017
Katalog-Nr.: GHR011

Bad Syntax • Dark Planet [ALT060]

Abducted LTD Records-Gründer Bad Syntax wartet nach Releases auf Viper und Formation mit eigener EP auf eigenem Label auf um eine schöne Harmonie zwischen Techstep und modernem Neurofunk zu präsentieren. Damit kommen wir zu Dark Planet welcher ein Kollabo mit Pish Posh ist. Melodisches Intro geht über in düstere Atmospäre unterstützt von einem mehrstimmigen Chor. Der Reece schleicht sich hintenrum durch die Filter rein um einen dann hinterrücks zu erdrücken. An Epik ist auch in Nummer 2, Red Giant mit Hanm, viel enthalten. Auch die Erklärung wie son roter Riese entsteht ist einfach herrlich! Harte, kompromisslose Drums die von ner Saw-Bassline noch weiter angetrieben fühlen. Auch die Melodie arbeitet auf einen zweiten Höhepunkt hin der dann auch sauberer ist. In der Bridge wird dann nochmal gefachsimplet und es geht genauso sägenmäßig und brachial weiter. Selbst die Neuauflage von Doses Cultivate ebenfalls mit Hanm kommt nicht ohne brachiale Instrumente und kreischender Saw aus aber ist eher nicht so meins.

Dafür ist es der Dark Planet-Remix von Skynet umso mehr. Dieser Track ist für mich das Sinnbild von Techstep meets Neurofunk. Treibende, schnelle Drums begleitet von der technoiden Grundmelodie des Originals aber mit mehr Entspannung.

Da ist der Originalsong eben agressiver!

Bad Syntax • Dark Planet
Label: Abducted LTD
Erscheinungsdatum: 04.12.2017
Katalog-Nr.: ALT060

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