in Heimgemisch, Schlagabtausch

Philomene Robinne ist euch bereits als unsere Autorin und Vinyl-Liebhaberin bekannt. Als Plattendreherin nennt sie sich kurz: Philo. Die zweiundzwanzigjährige Studentin legt zwar erst seit anderthalb Jahren auf, aber das mit Vinyl, und auch schon recht erfolgreich: Im Dezember hat sie auf der letzten Fete der Comabreakz in Köln gespielt. Jetzt hat sie für euch ein exklusives Heimgemisch aufgenommen und ein paar Fragen beantwortet.

das Heimgemisch von Philo

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Eine verzerrte Stimme, sphärische Klänge, und Halftime-Rhythmen von Loxy & Resound eröffnen Philos Heimgemisch für Trommel & Bass. Über die nächste halbe Stunde nimmt dieses langsam fahrt auf, und erreicht seinen tempotechnischen Höhepunkt bei den rollenden Bässen von Breakage und Spirit. Dazwischen streuen immer wieder trommellastige, sphärische Passagen. Das Ende ist melancholisch und verträumt, mit dem von Teebee produzierten und gesungenen: Forever Lost.
(Hier könnt ihr das Gemisch in 320kbit/s herunterladen.)

LIEDERLISTE:
Loxy & Resound - Heritage 
Saba - Berberian Sound
Loxy - League of Shadow
Clarity - Cyclone (feat. Indigo)
the Untouchables & Resound - Seperate Reality
Last Life - Gas Man 
Mako - Break from Suspension 
dBridge - Death of a Drum Machine
Space Matters - Groundswell 
Future Cut - Horns (Overlook & gremlinz remix)
Paradox - Core Jungle 
Homade Weapons - Clarion Call
Dom & Roland - Unofficial Jah
Break - Unification
Digital - Deadline
Naphta - One Squeeze
Breakage - Staggared Dub
Naphta- Out Of Time (Zero Tolerance's One Time Remix)
Spirit - Scrabble
DUG - Room 237
Response - Dekadenz 
Teebee - Forever Lost

Herunterladen (320 kbit/s)
Aufgenommen mit: Technics 1210 und Reloop RMX-60 Digital

der Schlagabtausch mit Philo

Philo-Drum-and-Bass-Klub

TuB: Du hast dich ja bereits in deinem Artikel »Vinyl oder Digital-DJing« mit dieser Frage auseinandergesetzt. Aber kannst du für uns nochmal auf den Punkt bringen: Warum Vinyl?
Philo: Also zunächst ist der Grund, weshalb ich mit Vinyl angefangen habe der, dass mein Freund schon ewig lang Vinyl auflegt. Somit habe ich den ersten Kontakt dazu wohl so bekommen. Mit weiterer und eingehenderer Beschäftigung damit habe ich aber auch die vielen Vorteile von Vinyl kennengelernt.
Das „Besitzen“ von Musik, so gesehen das Physische und Lebendige daran, die viel genauere Beschäftigung mit den einzelnen Tracks und auch Cover, anstatt gekaufter digitaler Tracks, die vielleicht ein Mal gehört werden und dann in der Schublade der niemals wieder gespielten Tracks laden. Dadurch erlangt man das Vermögen, seine Platten genauestens zu kennen, was meiner Meinung nach ein riesiger musikalischer Vorteil ist. Aber auch die Geschichten und Erinnerungen, die ich mit den meisten meiner Platten in Verbindung bringe. Dadurch, dass ich noch nicht so ewig lange Sammle, kann man das bei mir vermutlich noch nicht so stark erkennen, aber bei anderen Vinyl-DJs lässt sich an Hand der Historie gekaufter Platten auch wunderbar die verschiedenen Umbrüche und Änderungen des Musikgeschmacks eines Jeden finden und das finde ich wirklich wunderbar.
Fast genau so wichtig finde ich allerdings auch den musikalischen Aspekt des Beatmatchings bei Vinyl, da durch das Drücken des Sync-Knopfes jede auditive Rhythmusanpassung verloren geht und sich dort meistens nur noch visuell orientiert wird.

TuB: Wie hört sich für dich das perfekte Gemisch an?
Philo: Zunächst einmal muss die Selection stimmen. Ich mache das natürlich sehr stark von meinem persönlichen Musikgeschmack abhängig. Ein Mix kann objektiv noch so gut sein, wenn mir die Musik nicht gefällt, gefällt mir das Gemisch natürlich auch nicht. Wichtig ist aber natürlich auch die Reihenfolge der aufeinander folgenden Tracks: da bin ich vielleicht etwas konservativ, aber am liebsten mag ich es da einheitlich, das heißt, ich brauche absolut keinen Mix, in dem einmal Drum&Bass in allen seinen Subgenres von A-Z durchläuft.
Fast genau so wichtig finde ich dann das Mixing an sich: Stichwort Synchronität (wenn schon mit Sync-Button gespielt wird, dann erwarte ich da auch eine einwandfreie Synchronität) aber auch die Harmonie bei beispielsweise etwas liquidigeren Sachen.

TuB: Wie gehst du an den Aufbau eines Gemischs heran?
Philo: Zunächst überlege ich mir, was genau ich mischen möchte, dann suche ich mir jede Menge Platten raus, die passen könnten, höre sie mir all an, entscheide, was passend ist und was nicht, spiele einmal (oder auch mehrmals) alles durch, dann wird meistens noch etwas umsortiert, dann aufgenommen (mehrmals) und dann, wenn es sein muss, wird noch etwas zusammengeschnitten und angepasst.

Philo-Drum-and-Bass-Heimgemisch

TuB: Welche D&B-Subgenres feierst du am meisten und in welcher Kombination?
Philo: Aktuell bin ich voll auf dem Halfstep-Jungle/Drumfunk-Trip à la Homemade Weapons, Amit, Djinn, Loxy etc. hängen geblieben. Glücklicherweise gibt es in diesem Subgenre viele Produzenten, die dort seit einigen Jahren extrem produktiv sind und super viel Neues und Innovatives heraus bringen, sodass auf meinen Lieblingslabels sehr regelmäßig viel released wird. Allerdings feiere ich natürlich auch die „herkömmlicheren“ Jungle-Produktionen ab, da es gute Laune Musik ist und durch das Amen-Geschepper sehr treibend ist.
Zu guter Letzt dürfen aber natürlich auch nicht die Drum&Bass-Classics fehlen. Da ist für mich von Anfang der 90er bis ca. 2010 immer was dabei, von Origin Unknown über Optical & Ed Rush bis hin zu Bad Company findet sich da immer was! Mit dem meisten an „kommerzieller“ Produktion so über die 2010er weg kann man mich allerdings jagen….

TuB: Und wenn es mal kein D&B sein darf? Was hörst du dann am liebsten?
Philo: Neben Drum&Bass höre ich auch sehr gerne Techno, Hip Hop, deepen Dubstep (um beim Bass zu bleiben), aber auch Klassik.

TuB: Was war dein schönstes Erlebnis als DJ?
Philo: Ich habe das Glück gehabt, Digital persönlich kennen zu lernen und dieser hat mich zum einen sehr gelobt, mich gepusht und einen meiner Mixe gepostet, was hat mich extrem stolz gemacht hat. Allerdings ist es so natürlich auch immer ein schönes Erlebnis, wenn Menschen zu der Musik die du spielst tanzen.

TuB: Trommel oder Bass?
Philo: Na, es ist ja Drum AND Bass. Das Eine geht ohne das Andere nicht, aber wenn’s ganz genau sein muss, dann 40% Drum und 60% Bass!

TuB: Hast du schon Pläne für 2018? Wo kann man dich hören?
Philo: Bis jetzt noch nichts offizielles, aber da kommen auf jeden Fall noch ein paar Sachen auf die ich mich sehr freue.

TuB: Welche*r Künstler*in ist dein Lieblingskünstler*in?
Philo: Ehrlich gesagt finde ich es etwas schade, sich bei solchen Aussagen nur auf eine*n „Lieblingskünstler*in“ nur auf eine Person zu beschränken, da ich mich nicht auf eine Person beschränke kann. Allerdings würde ich Dom & Roland auf jeden Fall zu meinen all time Top 5 zählen.

Philo Robinne
SoundCloud

Titelbild: Marius Kreuder

Ein Artikel von und

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